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Jazz'n'more 1/2002, Februar/März 2002

Eines im Voraus: Da wird wirklich musiziert! Die Musiker schwelgen sozusagen in den witzig ausgesuchten Themen, locker und gekonnt wird gespielt, eine reine Freude für den Zuhörer. Apropos "witzig": Es geht hauptsächlich um Themen mit weiblichen Vornamen. "Michelle", "Maria", "Jeannine" us.w. und wer sich im modernen Repertoire auskennt, wird gespannt sein, was Klaus Widmer, ts/ss, Michael Beck, kbds, Georgios Antoniou, b, und Daniel Aebi, dr, aus dieser Themenvielfalt "with a little help from their friends" gemacht haben: feine Musik. Die Stücke sind interessant und originell arrangiert (Widmer & Beck), geben auf diese neue Weise interpretiert viel her und wie gesagt, die instrumentale Ausführung des Materials darf sich hören lassen. Wer sagt denn, dass Bern die Zentrale der schweizerischen Popszene sei? Da geht hanz offensichtlich auch im Jazz einiges ab, was unserer Jazzszene sehr gut ansteht.

Kurt S. Weil

  4 4 von 5 Punkten (= unbedingt reinhören!)
Jazztime, Februar 2002

Spannende, dunkle Untertöne geben dem Sound des Quartetts mit Gast- Bandoneonist eigenwilligen Power und charakteristische Expressivität. Jedes Stück der Debut - CD "The song is you", die uns die Formation vorstellt, ist einem Frauennamen der Musikwelt von "Beatrice" bis "Michelle" gewidmet, und (la donna è mobile) so von lebhafter Unterschiedlichkeit geprägt. Ein wunderschöner, anspruchsvoller Gang durch eine Galerie, in der bekannte Gesichter ungeahnte, faszinierende Züge erhalten und musikalisch perfektionierte Porträtmalerei den Wandel der Zeiten eindrücklich dokumentiert.

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Neue Zürcher Zeitung, Ressort Feuilleton, 31. Januar 2002, Nr.25, Seite 58

Hommagen, Tribute und andere Ehrerweisungen -- Neuere CD aus der Schweizer Jazz-Szene

[...] Viele Songs aus dem Jazz- und Pop-Repertoire sind Hommagen an bekannte oder unbekannte Frauen. Das junge Berner Quartett «Horn Knox» hat sich solche Songs vorgenommen, äusserst witzig arrangiert und in neue Kleider gesteckt. Das Spektrum reicht von «Angie» (Rolling Stones) über «Maria» (Bernstein) bis hin zur Schnulze «Laura». Besonders gut gelungen ist die harmonisch dekonstruierte Fassung von «Michelle», die der Saxophonist Klaus Widmer und der Pianist Michael Beck zu wunderschönen Inventionen verführte. Die höchst unterschiedlichen Damen präsentieren sich mal verspielt und raffiniert, mal poetisch und verträumt. [...]


Nick Liebmann 

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BZ vom 24.01.02

Groovige Liebeserklärung

"The Song is You" heisst die neue CD der Berner Band Horn Knox. Acht Frauen der Rock- und Jazzgeschichte werden bespielt, darunter die Michelle der Beatles oder die Angie der Rolling Stones. Für dieses Lob des Ewig-Weiblichen scheint der am Mainstream orientierte Jazz der Formation um den Saxofonisten Klaus Widmer das richtige Medium. Doch aufgepasst: Horn Knox grooven sehr, und live könnte aus der einen oder anderen Muse leicht eine Furie werden.

Urs Bruderer

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Berner Woche / Der Bund 24.01.02
Ein aktueller Kontrapunkt

Jünger, zeitgemässer und einheimischer: Das BeJazz Festival in der Dampfzentrale setzt frische Akzente im aarestädtischen Festivalbetrieb.

Ein neues Jazzfestival für Bern: Ein Festival, in dem die unter 60-Jährigen nicht nur im Off-Programm spielen oder im Publikum sitzen, ein Jazzfestival, das den aktuellen und auch einheimischen Trends auf der Spur ist: Tonus-Labortöne am Donnerstag, Future-Jazz-Töne am Freitag, neue Projekte am Samstag, junge Orchester zum Abschluss. Stimmige Porträtgalerie / Plattentaufe mit dem Quartett Horn Knox, das während des Festivals seine Debüt-CD «The Song Is You» vorstellen wird. Es gibt sie im Jazz, die goldenen Stunden, in denen die Engel singen: In diesen einzigartigen Momenten verdichtet sich die Inspiration des Augenblicks zu Glück verheissenden Harmonien, hinter denen sich ein Echo ferner Sphärenklänge erahnen lässt. Andere Projekte, und das ist wohl die Regel, brauchen etwas mehr Zeit: Zehn Jahre ist es her, dass der Tenorist Klaus Widmer und der Pianospieler Michael Beck ein Quartett zwecks praktischer Erprobung eigener Ideen aus der Taufe hoben. Seither ist viel Wasser die Aare hinuntergeflossen, Ausbildungen wurden zu Ende gebracht und Besetzungen gewechselt. Die neuste scheint nun aber die gute zu sein: Zu den beiden Gründungsmitgliedern von Horn Knox («Hornochs»), wie die Band neckischerweise heisst, ist das Gespann Georgios Antoniou (Bass) und Daniel Aebi (Schlagzeug) gestossen, die als Team auch in anderen Formationen zu hören sind. Zusammen mit Widmer und Beck, mit denen sie im Übrigen einen Hintergrund an der Swiss Jazz School teilen, zeichnen sie für den Horn-Knox-Erstling «The Song Is You» verantwortlich, der auf dem Heimlabel von Mentor Joe Haider erschienen ist (JHM Records). Breiter Fundus Besagte CD erscheint sowohl thematisch als auch in Bezug auf die musikalische Umsetzung als Konzeptalbum, jedoch ohne das diskursive Brimborium, das dieser Begriff nicht selten mitschleppt. Zuerst also das Repertoire: «The Song Is You» ist eine klingende Galerie, deren Fundus sich aus mehr oder minder bekannten Frauenporträts zusammensetzt. David Raksins schon so oft besungene «Laura», die einem längst vergessenen Film entstiegen ist, findet sich darin ebenso wie Wayne Shorters «Iris», Sam Rivers' «Beatrice» oder «Michelle» von den Beatles. Verstärkt wird der durch diese thematische Geschlossenheit gegebene «konzeptuelle» Eindruck durch die Zwischenspiele von Georgios Antoniou, die eine rahmenähnliche Funktion haben. Doch wie gesagt, das Album wirkt darob nicht im Geringsten konstruiert. Dem wirkt in erster Linie die raffiniert unterkühlte Atmosphäre entgegen, in welche die Bearbeiter Widmer und Beck ihre Vorlagen getaucht haben. Das Ganze wirkt auf Anhieb ungemein stimmig und in sich geschlossen, ohne dass die einzelnen Songs ihr Relief verlieren würden. Stilistisch nährt sich Horn Knox am modernen Mainstream, wobei aus anderen Quellen durchaus auch Dancerhythmen oder ein Hauch von Musette einfliessen können. Von den Gastmusikern, die dem Album besondere Farbpunkte verleihen, ist in der Dampfzentrale der Bandoneonist Michael Zisman mit von der Partie. und am Samstag sind unter vielen anderen Irène Schweizer und Co Streiff, die zwei langjährigen Weggefährtinnen aus Zürich, zu hören.

brw / Georg Modestin

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Radio-Magazin 46 - 2001
Der Berner Saxofonist Klaus Widmer präsentiert auf seiner CD zwar (fast) eine reine Männerband. Trotzdem sind die Frauen allgegenwärtig: Sie heissen Laura, Beatrice, Michelle, Angie und Jeannine, und waren die Musen von Musikern von Mick Jagger bis Sam Rivers. Acht musikalische Frauenportraits hat Widmer versammelt. Zusammen mit dem Pianisten Michael Beck hat er die Stücke bearbeitet, originell und überraschungsreich und von wunderbarem Klangreichtum.

Beat Blaser, Jazzredaktor DRS 2